Michael Schumacher war kein cooles Kind

Zugegeben - ich bin gespannt, wie sich der selbsternannte vernünftige Steuerzahler ("Wahlschweizer") wieder in der Formel 1 schlägt. Aber den Seitenhieb in diesem Interview kann ich nicht unkommentiert stehen lassen:

"Die heutige Generation hängt an Videospielen fest und isst Fast Food. Ich bin damit zum Glück nicht groß geworden, deshalb fällt mir der Verzicht auch nicht schwer."

Nun verdient sich "the Shu" im Vorbeigehen den goldenen Verallgemeinerungs-Karnevalsorden am Band, aber das ist schnell passiert. Lustiger noch wird es, wenn man bedenkt, dass der Villeneuve-Rammer elf Jahre alt war, als das Atari VCS hierzulande angesagt war. Während seine Klassenkameraden also sabbernd überm Quelle-Katalog hockten, drehte er Runden auf einer kalten, zugigen Kartbahn und kaute dabei rohen Sellerie.

Die Klassendynamik in seinem Jahrgang will ich mir gar nicht vorstellen.

Und damit hätten wir vielleicht auch eine Erklärung für seine Erfolgsversessenheit. Er will's allen zeigen. Immer noch. Und jetzt wieder. Diejenigen, die schon 1980 hedonistisch leben durften, die sollen noch mal zu spüren bekommen, dass er so nicht aufgewachsen ist. Selbst wenn er das zur Regel erhebt, die für eine ganze Generation gelten soll.

Tja. Irgendwie traurig.

Ich wiederum bin mit Videospielen und Fast Food aufgewachsen. Und anders als der Rascasse-Abwürger kann ich immer noch stundenlang geradeaus joggen und muss mir nicht die Haare färben.

Was das über meine Generation sagt?

Nichts.