Dezember 2009
Ich bin eigentlich gar nicht hier
... aber mein Google Alert zwitschert mir gerade, dass die verehrten Kollegen von IDG meinen Artikel "Gute Helden, schlechte Helden" aus dem Making Games Magazine auf der GameStar-Homepage eingestellt haben. Nun kann der Artikel hier gelesen werden.
Dieser Blogeintrag wurde telepathisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.
Freudig ins Funkloch
Das Manuskript ist weggeschickt (ich darf mich wieder rasieren - woohoo!). Hiermit erkläre ich das Jahr für beendet - und wechsle vom fiktiven Funkloch ins echte. Die nächsten Wochen mache ich Blog-, Twitter- und Facebook-Pause und schränke auch sonst das Online-Dasein ein wenig ein, um zu gucken, was es mit diesem "echten Leben" auf sich hat, von dem im Moment alle reden. Und um zu lesen. VIEL zu lesen (Auswahl in der Spalte rechts).
Gegen Ende Januar, schätze ich, gibt's dann alles, was so liegengeblieben ist. Dazu einen subjektiven Bericht, wie sich der Sony Reader 505 liest und wie der eBook-Markt in Deutschland WIRKLICH ist.
Also: benehmt euch, lest auch was und rutscht schön.

"What's wrong with Ricks?"
Dieser Link hat es verdient, besser verbreitet zu werden als nur in einem flüchtigen Twitter-Beitrag. Es ist verdammt leicht, sich über George Lucas' erste Episode "The Phantom Menace" lustig zu machen. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass es jemand brillanter getan hätte als der Typ, der diese 70minütige Dekonstruktion erstellt hat. Wunderschön erzählt, geschnitten und inhaltlich völlig schlüssig. Und fast genauso lang wie der Film, um den es geht. Meine Güte.
Brause-Spiele
Ahoi!
Weil ich plötzlich immer öfter Anfragen zu Browser-Spielen bekomme, habe ich mich mit der Materie etwas näher befasst - wenn Spiele plötzlich mit einer siebenstelligen Nutzerzahl werben, könnte das mehr als nur eine vorübergehende Erscheinung sein, nä?
Das vorweggenommene Fazit: Browser-Spiele sind stinklangweilig. Wirklich.
Warum? Nun, man muss sich den Ablauf so vorstellen:
- Man klickt etwas an.
- Ein Fortschrittsbalken erscheint.
- Wenn der fertig ist, hat man etwas im Spiel erreicht und darf was anderes anklicken, das nun freigeschaltet ist.
So. Das ist eigentlich alles.
Stinklangweilig.
Ganz klar.
Nur ...
Zugegeben ...
Man ist dann doch etwas neugierig, was als nächstes freigeschaltet wird. Oder erfreut sich an den Resourcen, die dann schneller abgebaut werden. Vor allem ist das alles so leicht - alle paar Stunden mal einen Klick, und daraufhin gibt es sichtbaren Fortschritt.
Wenn doch alles im Leben so leicht wäre.
Um die Selbstbeherrschung ist es dann erstaunlich schnell geschehen, und man starrt minutenlang Fortschrittsbalken an, damit der verdammt noch mal endlich fertig ist!
Nun sagte die eine Stimme in mir: He, was für ein Quatsch, was für ein schlechtes Gamedesign!
Dann sagte die andere Stimme: Denk mal an "Elite".
Oh ja. "Elite". Hyperraumsprung in ein anderes Planetensystem. Den Pixel finden, der den Planeten darstellt, in dessen Orbit die Raumstation kreiselt. Warten ... warten ... der Pixel wird größer ... warten ... warten ... Gegnerangriff! ... warten ... warten ... Raumstation erscheint ... warten ... anvisieren ... warten ... anfliegen ... KAPUTTGEHEN!
Jep, verdammt schlechtes Gamedesign. Ich habe seinerzeit parallel Romane gelesen, während ich im Anflug auf die Raumstation war.
Heute ist das anders.
Heute schreibe ich Romane währenddessen.
Was könnte man also browsen?
Da wären zunächst die beiden entwicklerpreisprämierten Titel:
Gilde 1400 - ein Browser-Game der nächsten Generation mit vergleichsweise vielen strategischen Möglichkeiten.
Shakes & Fidget - knuffige Fantasy-Welt, nimmt sich nicht zu ernst, sehr sympathisch.
Ansonsten habe ich mir noch Die Stämme und Ogame näher angeschaut, die sich vom Spielprinzip ähneln. Das eine bietet mittelalterliches Setting, das andere Science Fiction.
Insgesamt scheinen mir Browserspiele für den Spielemarkt das zu sein, was eBooks für den Buchmarkt sind: eine Ergänzung, keine Konkurrenz. Prognosen, wie die Spiele sich entwickeln, wage ich nicht abzugeben. Dass bald 3D im Browser möglich ist, steht außer Frage. Aber ich verstehe nun den Reiz, den Browserspiele ausüben. Zum Glück habe ich genug Selbstdisziplin bei solchen Dingen.
Muss nur mal kurz gucken, wie weit der Fortschrittsbalken ist ...
Fantastische Aussichten

Meine Zeitschriftensammlung wurde ja letztes Jahr großflächig entmistet, aber zu den wenigen Magazinen, die auf dem Dachboden verblieben sind, gehört die "phantastisch!". Das quartalsweise erscheinende Magazin geht nun schon in die Runde #37, und wer sich für Phantastik interessiert, sollte es verdammt noch mal abonnieren.
Auf diese neue Ausgabe weise ich natürlich nicht ohne Eigennutz hin, schließlich findet sich darin ein Interview, das Nicole Rensmann mit mir geführt hat. Eine Vorschau auf den gesamten Heftinhalt findet man auf der oben verlinkten Seite.
Und ansonsten gilt: Packen! Denn morgen geht es zum Deutschen Entwicklerpreis, der einzigen Veranstaltung, auf der sich die Branche feiert, auch wenn sie keinen Grund hat. Letztes Jahr hat mich ein Schneesturm lahmgelegt (kann einem passieren, wenn man in South Park wohnt - my quiet little redneck mountain town).
Dieses Jahr ist Venetica in massig Kategorien nominiert (weswegen ich als Akademiemitglied nur in zwei Kategorien abstimmen durfte). Natürlich drücke ich die Daumen, und ganz egoistisch hätte ich besonders wenig dagegen, wenn das Spiel in der Kategorie "Story und Spielwelt" gewinnt. So oder so trifft man wieder eine Vielzahl lustiger Kollegen.
Ohne Krimi geht die Jugend nie ins Bett
Mit dem Erscheinen der Verlagsvorschau ist amtlich, was ich hiermit präsentieren kann - nämlich meinen ersten Jugendroman:
"Im Funkloch" erscheint im August 2010 bei dtv junior in der Reihe "dtv pocket crime". Worüber ich mich sehr freue. Also - über das Buch an sich genauso wie über die Tatsache, bei diesem Verlag in einer illustren Autorenrunde aufzutauchen.
Der Kurzinhalt der Verlagsvorschau verrät:
"Samuel hat es geahnt: Eine Klassenfahrt mit Stefan kann nur der totale Horror werden. Stefan tyrannisiert von der ersten Minute an Lehrer und Mitschüler. Den schüchternen Noel stellt er vor versammelter Mannschaft aufs Übelste bloß. Dass Stefan kurz darauf verschwunden ist, empfinden viele zunächst als Erleichterung. Doch dann verdichten sich die Hinweise, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde ..."
Im Interview mit dem Magazin "phantastisch!", das im Januar erscheint, taucht der Roman noch unter seinem Arbeitstitel "Null Balken" auf. Der Roman kommt dann auch gleichzeitig als eBook heraus.
Weitere Infos zum Buch und eine Fotostrecke meiner Recherchefahrt gibt's dann im Sommer.
Flugstudien
Man nehme: Eine Darda-Bahn mit Sprungschanze, eine Ixus 60, einen Sonntagnachmittag. Das kommt dabei raus:
Eine Mid-Flight-Aufnahme zwischen Absprung und Landung:

Ungefähr der gleiche Moment frontal aufgenommen - beim Sprung über die Katze (mit vom Blitz erleuchteter Landebahn im Vordergrund):

Der Augenblick der Landung, von der Katze beäugt:


Picard hat die Faxen dicke
*dingdong*
Picard: "Herein!"
*wuuuusch*
Riker: "Sir, hier ist Geordies Bericht über den Status der Reparaturen am Warpkern."
Picard: "Riker ... was soll das?"
Riker: "Sir?"
Picard: "Warum halten Sie mir diesen eBook-Reader hin?"
Riker: "Das ist der Bericht, Sir. Von Geordie."
Picard: "Das ist ein gottverdammtes Lesegerät. Wollen Sie mir erzählen, dass da wieder mal NUR Geordies Bericht drauf ist? Und dass Sie nur deswegen in meinem Raum kommen, um ihn mir zu geben? Warum schicken Sie ihn mir nicht einfach per Mail?"
Riker: "Protokoll, Sir. Das haben wir schon immer so gemacht."
Picard: "Haben Sie das Ding auch noch persönlich aus dem Maschinenraum geholt oder was?"
Riker: "Nein, Sir, ein Fähnrich hat den Bericht gebracht."
Picard: "Ein Fähnrich. Statt sich bei den Reparaturen nützlich zu machen, latscht ein Fähnrich durchs halbe Schiff, um den Bericht eigenhändig auf die Brücke zu bringen?"
Riker: "Äh, ja, Sir."
Picard: "Leben wir vielleicht im 21. Jahrhundert? Geordie hätte mir den verdammten Bericht doch schicken können! Bei mir stapeln sich die Lesegeräte auf dem Schreibtisch, und warum? Weil für jeden verfluchten Bericht ein einziges von diesen verdammten Tabletts benutzt wird! Und was macht der Computer den ganzen Tag lang? TEE! Sind unsere Ingenieure zu dämlich, mehrere Dateien auf so einem Ding zu verwalten?"
Riker: "Da müsste ich im Sternenflottenhauptquartier nachfragen, Sir."
Picard: "Machen Sie es zum Teufel noch mal so."
Sitzware
Gefühlt hundertfünfzig Jahre nach der Gründung der Phantastischen Bibliothek Wetzlar kann ebendiese nun einen aussagekräftigen Webauftritt vorweisen. Über die Institution, die Sammlung, die Projekte, den wissenschaftlichen und sozialen Auftrag kann man sich nun umfassend informieren.
Wie die Bibliothek reagiert, wenn jemand sagt: "He, ich hab hier ein paar Paletten 'Perry Rhodan'-Silberbände rumstehen, könnt ihr die gebrauchen?" - Nun, dann macht man das hier daraus:

Liebe Teenager ...
"Sleepwalkers" (1992)
Als ihr geboren wurdet, ist auch schon einen Film über einen gutaussehenden Neuen an der Highschool gedreht worden, in den sich ein Mädchen verguckt, woraus sich eine schicksalshafte Liebesgeschichte entwickelt.
Der Rest verläuft dann etwas anders.
Das Wort "Bullenkebap" kommt vor. Die Herren King, Barker, Landis, Dante und Hooper tauchen auf. Das Mädchen in der Hauptrolle heißt "Mädchen". Und eine Borg-Queen in der Mutterrolle, sozusagen.
Aber auch Katzen. Süße Katzen.


