August 2009
Gamescompact
So schnell ist auch die erste Gamescom wieder Geschichte. Was haben wir uns doch verrückt gemacht, wegen des Wechsels von Leipzig an den Rhein. War's denn so schlimm?
Natürlich!
Gut, das lag vor allem am Wetter. Hitze vs klimatisierte Messehallen. Der Verlierer ist der Mensch als solcher. Und natürlich hat man sich an Leipzig gewöhnt und leidet unter der Neuorientierung.
Aber, seien wir ehrlich, es ist eine Verbesserung.
Was in Leipzig am meisten genervt hat, war das Dilemma, ob man sich ein Taxi leistet oder fast eine halbe Stunde in der Straßenbahn gen Norden gondelt, um zum Messeglände zu kommen. Die Kölner Messe ist prima zu erreichen. Hotels, Hauptbahnhof, Restaurants - alles nahe beieinander. Außerdem kann man abends am Rhein sitzen. Sorry, Leipzig - ich will Köln ja gar nicht mögen oder so, aber die Vorteile haben die Nachteile überwogen. Zur Buchmesse bin ich aber dann gern wieder da.
Ansonsten für diejenigen, die meine Twitter-Berichterstattung nicht verfolgt haben - die wesentlichen Punkte:
- Mittelklassehotels in Köln haben tolle Aussicht.
- Wichtige Ereignisse wurden dokumentiert.
- Es gab Spiele. Ja, doch.
- Es wurde gedichtet.
- Es wurde die Behauptung aufgestellt: "Du siehst aus wie der Zahnarzt in Hangover."
Komme ich nächstes Jahr wieder?
Ja, hab ich vielleicht die Wahl?
Making Games 3/2009
Die neue Ausgabe des Magazins "Making Games" ist erschienen. Und zur Titelstory "Helden" durfte ich einen kleinen Artikel beisteuern, der verschiedene Arten von Spielehelden beleuchtet. Außerdem wird im Heft die Hauptfigur von "Venetica" vorgestellt, Bigpoint interviewt und diverse Workshops angeboten. Abo gibt es hier.
Prä-gamescom-News
Na, wenn ich schon namentlich in einer Pressemitteilung erwähnt werde, dann verlinke ich natürlich auch darauf. :) Oder auch hier.
Lustig daran ist, dass ich vor inzwischen 11 Jahren schon mal an einem Spiel gearbeitet habe, das unter dem Label "Pro7 Mystery" erschienen ist. Es war das Erste, das ich vollständig übersetzt habe.
Und ansonsten ... man sieht sich dann Mittwoch und Donnerstag in Köln.
Friendly Fire
Übrigens: Wer mich im PlayStation Network zu Duellen herausfordern möchte, kann mich gern in seine Freundesliste aufnehmen. Meine Online-ID ist:
"Textadventure"
Das U-Wort des Jahres
Ich mache jetzt vier Wochen Urlaub.
In diesem Satz sind so viele Lügen drin, dass es sich lohnt, ihn zu dekonstruieren.
Erstens: In den sog. "Urlaub" fallen GamesCom, ein Autorentreffen und ein Termin außer Haus. Das ist alles eigentlich Arbeit. Aber zu solchen Terminen zu fahren, ohne gleichzeitig in den Mühlen des Schreib-, Übersetzungs- oder Lektoratswerks zu sein, ist schon der reinste Urlaub.
Zweitens: Ich habe da noch diesen Thriller fertigzuschreiben. Und weitere Sachen zu konzipieren, denn bald ist Buchmesse. Nun muss ich gestehen, dass das Konzipieren in der Tat der allerschönste Urlaub ist. Das Rumspinnen. Das verrückte Kichern über abgefahrene Ideen. Mir schwebt für den dritten und letzten Drachenwächter-Band so viel Zeug vor, dass ich es kaum erwarten kann, alles in Form zu pressen. Das ist Arbeit - aber vom gesamten Schreibprozess einfach die schönste. Und daher eine durchaus angenehme Bereicherung des Urlaubs.
Drittens: "Urlaub" im Sinne von "Wegfahren mit zwei kleinen Kindern" ist etwas anderes als "Urlaub" im Sinne von "Ausspannen". Allerdings sorgt "weitgehendes Offline-Sein" trotzdem für etwas Entspannung. Luftveränderung sowieso.
Richtiger wäre also die Aussage: Ich habe gerade die Projekte abgeschlossen, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben. Genau genommen habe ich seit Neujahr durchgearbeitet. Worüber ich nicht jammern will, schließlich haben wir ja eigentlich KRISE, gelle?
Nun gehen die nächsten Projekte langsam schon los (oder weiter), aber es ist für die geistige Gesundheit nötig, jetzt ein paar Tage etwas entspannter anzugehen. Und vielleicht noch ein paar letzte Reste Sommer aufzuschlürfen. Bevor spätestens Mitte September der große Jahresendspurt anfängt und die ersten Marzipankartoffeln im Edeka rumrollen.
Abenteuerliche Absprachen
Wenn sich Adventure-Freunde bei der GamesCom verabreden, aber die örtlichen Gegebenheiten noch nicht kennen, wird das ganz methodisch und unmissverständlich angegangen - eben wie ein gut entworfenes Puzzle in einem Adventure:
Ich: "Vielleicht treffen wir uns auf dieser Piazza? Von dort sollte man doch alles gut erreichen können."
Er: "Piazza klingt gut. Dann lass uns als Treffpunkt 'exakt die Mitte vom Piazza' ausmachen."
Ich: "Okay. Ich bringe mein GPS-Gerät zum Vermessen mit. Wenn du mehr als 5 cm abweichst, muss ich den Termin leider absagen. Ich treffe mich nur mit Profis."
Er: "GPS-Gerät? Es reicht doch, einfach zwei Schnüre diagonal über den Piazza zu spannen."




