November 2008

Schönwetterläufer

"Dein Blog ist ja meistens ganz unterhaltsam", sagte er. "Außer wenn du übers Joggen schreibst." Schließt die Raketensilos wieder, denn wer's noch nicht gemerkt hat, kann aufatmen: Vom gelegentlichen Hinweis auf den ein oder anderen Wettkampf ist das hier wieder eine sportbefreite Zone. Was ihn sicher beruhigen dürfte, wo er doch mit der Zahl 42,195 nur seine Tagesration Kippen aufzählt.

Auf der Startseite gibt's jetzt das fertige "Jagd"-Cover zu sehen.  Aber noch nichts neues zum Erscheinungstermin.

Auf der Seite meiner Agentur stehen schon Arbeitstitel und Verlag meines Jugendkrimis.

Geistig stelle ich mich derzeit auf den Deutschen Entwicklerpreis nächste Woche ein. Dieses allgemeine Schulterklopfen wird ja von allen boykottiert, deren Schultern nicht geklopft werden. Ich kenne da keine Scham, sondern gehe hin. Und klopfe.

Ansonsten geht der lustige Arbeitsstress fröhlich weiter und wird noch bis Weihnachten andauern. Gut so. Aber dann wird mal wieder ein Buch gelesen. Vielleicht auch geschlafen.

Blogpause

Tja, Zwangspause. November ist einer von DIESEN Monaten. Immerhin arbeite ich im Moment an ein paar richtig guten Spielen, die ich beizeiten freudig im Trackrecord ergänzen werde.

Heute die MP3s des "Cademar"-Hörbuchs erhalten. Klingt klasse, freue mich aufs Erscheinen.

Ende des Monats komme ich dann vielleicht wieder zum Atmen. Und zum nächsten Roman.

Drachenwacht

Was ist das - es geht um Drachen und hat grüne Schuppen auf dem Cover.

Na?

Richtig. "Drachenwächter", Band 2.

Und "Drachenwacht".

Was? Doch, tatsächlich.


Gar nicht lustig

Es ist ja nett, wenn auch Maschinen Humor entwickeln.

Wenn es sich aber um ein neues Macbook handelt, das mit mir "Vier gewinnt" spielen will, kann ich nicht lachen. Ausgepackt, hochgefahren - und festgestellt, dass die Tasten 5, T, G und B nicht funktionieren. Die bilden eine Diagonale. Das Macbook hat gewonnen und bezahlt seinen Sieg mit dem 14tägigen Rückgaberecht. 

Spinne am Morgen ...

Aus der Reihe "Fantasy-Autoren diskutieren Unterkünfte zur Leipziger Buchmesse":

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Michael Crichton auch

Makaber, aber unvermeidlich - gleich der nächste letzte Salut hinterher. Wenigstens dauert es diesmal keine Jahre, bis die schlechte Nachricht mich erreicht.

Crichton machte mir immer Angst. Weniger mit dem Inhalt seiner Bücher, sondern mit seinen Quellenangaben. Für einen einzigen Roman schien er mehr Bücher zu lesen als in meinem jungen Leben insgesamt. Vielleicht wollte er auch einfach nur angeben, habe ich mir immer gesagt. Sein Werk ist reich an Höhepunkten, und es gibt den ein oder anderen Rohrkrepierer. Aber langweilig war er nie.

Andromeda habe ich als Jugendlicher gesehen und gelesen - sein erste Buch war passenderweise auch mein Einstieg in den Crichton-Kosmos. Als dann im Hype von "Jurassic Park" sein Werke davor neu aufgelegt wurden, konnte ich diese auch nachholen. Congo habe ich als orignell in Erinnerung (den Film gar nicht mehr), und der 13. Krieger als intensive Leseerfahrung.

Große Begeisterung löste bei mir aber Sphere  aus. Bzw. Die Gedanken des Bösen, wie der nicht sonderlich originelle deutsche Titel ist. Ein für mein Empfinden rundum gelungener Thriller mit geschickt gelegten falschen Fährten und einem Spannungsaufbau, wie er in thematisch verwandten Büchern heute fast zum Klischee erstarrt ist. Damals hat das Buch exzellent funktioniert. Auch hier haken wir die Verfilmung lieber schnell ab.

Jurassic Park. Natürlich. Der Crichton-Urknall. Zurecht. Ist zwar nicht halb so wissenschaftlich, wie man gern glauben würde, aber ein einzigartiger und überzeugender Thriller - und zum Glück ein Fall, in dem man sich gern auch an den Film erinnert.

Dann kam Enthüllung und das Geschrei um Demi Moore. Ums Buch schien es gar nicht mehr zu gehen, nur um die Dame und Herrn Douglas. Dabei kratzt die zahme Verfilmung nur an der Oberfläche des Stoffes, der in Buchform zwar plakativ daherkommt, aber absolut überzeugt.

Mit Lost World verbinde ich eine schöne Erinnerung - ich las es heimlich im Thomas-Mann-Seminar, dessen Schein ich brauchte. Ohne die Dinos hätte ich Manns Hunde-Lyrik nicht überstanden.

Airframe dann fiel in eine Kategorie mit "Enthüllung" - und ist sein in meinen Augen unterschätztestes Buch. Vordergründig eine Art Katastrophenthriller geht es darin um die Macht der Medien. Wenig visueller Stoff, daher bislang unverfilmt.

Timeline ... ach, war das langweilig. Buch und Film. Originalität nicht vorhanden, einfach so runtergespult.

Prey war dann schon fast eine Offenbarung, obwohl bestenfalls Mittelmaß für Crichton-Verhältnisse.

Welt in Angst versammelte Crichtons schablonenhafteste Charaktere überhaupt und wagte die dümmlichste Schlusssequenz. Für den Mut, ein Buch zu schreiben, das die globale Erwärmung mal nebenbei für Hysterie erklärt, muss man Crichton aber eine irreale Anerkennung entgegenbringen.

Next wird also sein letztes Werk sein, wenn nicht postmortal noch etwas erscheint - ein solider Thriller, der etwas ziellos zwischen verschiedenen Themen mäandert und wenig Langzeitwirkung besitzt.

Dass ich Crichtons Gesamtwerk gelesen habe, sagt alles. Danke.

Jeffrey Boam ist tot

Wer?

Das werden sich die meisten fragen.

Ich kam gerade wieder auf ihn, als ich mich wunderte, warum eigentlich David Koepp das Drehbuch für "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" geschrieben hat. Mir fiel ein, dass Jeffrey Boam das des dritten Teils verfasst hatte. Und dass der schon für andere exzellente Streifen der 80er verantwortlich war: "Dead Zone", "Die Reise ins Ich", "Lost Boys", "Leathal Weapon 2 + 3".

Wo Indy IV so ein Klassentreffen ist - warum ist der nicht dabei? Hat er sich mit Spielberg verkracht? Sich aus der Branche zurückgezogen? Überhaupt - was hat er die letzten Jahre getrieben?

Wikipedia antwort: Er hat in den späten 90ern für die Serie "Tales from the Crypt" gearbeitet. Dann hat er seinen Wohnort in ebendiese verlegt: er ist am 24.1.2000 an einem Herzinfarkt gestorben.

Warum ging das so völlig an mir vorbei? Warum bekommt man immer wieder mit, was aus Regisseuren wird (und Schauspielern sowieso), aber bekannte Drehbuchautoren sind nur eine Fußnote der Geschichte? Das lässt einen doch die eigenen Karriereentscheidungen hinterfragen ...

Mit einer geringfügigen Verspätung auf diesem Weg: Danke, Mr. Boam, für den besten Indy-Film und viele Stunden großartiger Unterhaltung.