Juni 2008
Build a seismograph
Es ist irgendwie seltsam. Bei Douglas Adams machte es einfach Bumm und er war tot. Völlig unerwartet. Keine Krankheit, keine Anzeichen. Einfach so.
Terry Pratchett dagegen kann sich so seine Gedanken machen und sie der Welt mitteilen.
Die beiden schönsten Zitate daraus sind:
"There is a rumour going around that I have found God. I think this is unlikely because I have enough difficulty finding my keys, and there is empirical evidence that they exist."
"It is better to build a seismograph than to worship the vulcano."
Letzteres ist ein Zitat aus seinem neuen Buch "Nation", keine Scheibenwelt-Story, darauf darf man gespannt sein.
(Link gefunden bei Herrn Gaiman, der sich zurecht über die Artikelüberschrift lustig macht.)
Übrigens: rechts in der Spalte gibt's nun einen eigenen Eintrag "The road to Fulda", bei dem ich Rechenschaft über meinen Trainingszustand abgebe.
Stichtag: 1.7.
Bei diesen Preisen konnte ich nicht mehr nein sagen. Habe ich meine Anfangseuphorie seinerzeit beim iPod schon einige Jahre im Zaum gehalten, bis es ein Modell mit für mein Empfinden genug HDD-Platz zum Ausverkauf gab, ist jetzt auch der Zeitpunkt gekommen, auf diesen Zug aufzuspringen. Ich verzichte gern auf UMTS und GPS, wenn ich dadurch einiges sparen kann. Es zeigt sich also, dass ich den 2-Jahres-Vertrag meines Ogo strategisch rechtzeitig gekündigt habe. Und 2010, nach der neuen 2-Jahres-Phase, darf ich wieder gespannt und hysterisch kichern, wenn's ein frisches iPhone da draußen gibt. Aber erstmal freue ich mich auf die Aktivierung des kleinen Handschmeichlers in 10 Tagen.
Viel Spaß hatte ich nun allerdings dabei, endlich mal alle Adressen in meinem Adressbuch auf dem Rechner zu versammeln, die bislang in Handys, Visitenkarten und Mailprogrammen verteilt waren. Ja. Riesenspaß. So wie Steuererklärung. Oder Rasenmähen. Oder Einlauf.
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Der heutige Jogging-Tipp: KEIN Douglas-Adams-Hörbuch auf den Shuffle ziehen. Bei dämlichem Lachen kommt man aus dem Rhythmus und kriegt Seitenstechen. Lieber Hundebesitzer dumm anmachen, die ihre Töle auf dem Rad-/Fußgängerweg unangeleint rumstreunern lassen und das Hutzelvieh nicht etwa rufen, wenn es sich dem lustigen Jogger mit gefletschten Zähnen nähert, sondern es zurückwinken! Vogelsberger sind ja von Haus aus mundfaul und stehen, wie alle Hessen, mit Vokalen auf dem Kriegsfuß, aber ebendiesen hätte das hässliche, schwarze Sabbertier fast präventiv in die Fresse bekommen. Fast. Aber es muss mit seinen Augen im Hinterkopf das Winken bemerkt haben. Oder es wurde sich bewusst: Hey, der Typ hat bald ein iPhone. Mit dem ist nicht zu spaßen.
Frank ist schuld!
Frank ist mein Alter Ego. Wenn ich verwirrt bin und den Faden verliere, spricht Frank. Das ist die vernünftige Erklärung, warum beim Living Games Festival am ersten Tag mein Vortrag eher kurz und verwirrt war: Eine meiner multiplen Persönlichkeiten hat sich in den Vordergrund gedrängt, dummerweise diejenigen, die aus der Spur kommt, wenn man von oben von einem anderen Vortragenden angebrüllt wird, wenn die Kensington Remote versagt, wenn man zum ersten Mal im Leben einen Vortrag mit Headset machen soll und man auch noch schlanke Wii-Hostessen beim Hüftekreisen direkt hinterm Publikum anstarren muss, während von ein paar Meter weiter weg schräge "Guitar Hero"-Klänge rüberdröhnen.
Tja - zum Glück hat Nils von krawall.de in seiner netten Zusammenfassung erkannt, dass da "Frank Löffler" gesprochen hat. Dass ich dabei auch noch gefilmt wurde, war der Verwirrung auch zuträglich, doch wie ich hörte, komme ich in einem Filmbericht des WDR doch recht kompetent rüber - was daran liegen könnte, dass man mich nur sieht und nicht reden hört. :)
Am Samstag dann lief der ganze Vortrag ein wenig runder, glaube ich. Leider hatte ich Probleme, den Kollegen Florian von Radon Labs von der Bühne zu scheuchen, der schon 75 Minuten über "Drakensang" geredet hatte (bei einer geplanten Länge von 30 Min + Rückfragen aus dem Publikum) und es gern noch weitere 4 Jahre getan hätte. Ich vermute, er läuft auch jetzt noch in der Jahrhunderthalle herum und erklärt den verwirrten Putzfrauen das "Drakensang"-Interface. Aber als ich ihn dann zumindest von der Bühne an sich vertrieben hatte, konnte ich sehen, wie im Publikum die Gesichter von Jan und Martin aufleuchteten, weil sie so glücklich waren, endlich wieder ein wenig meiner Weisheit auf sich abstrahlen lassen zu können (ein anderer Martin hatte am Vortag das zweifelhafte Vergnügen, Frank auf der Bühne zu sehen - gute Besserung!).
Summiere ich für mich die beiden Tage des ersten Living Games Festival, sieht das so aus:
- 3 Podiumsdiskussionen
- 2 Vorträge
- 2 Workshops
- 1 Kurzgeschichtenlesung
- 2 Curry-Eintöpfe
- Nur 3 Pils (deswegen!)
Puh. Anstrengend war's. Aber sehr schön. Sicher gibt's an allen Ecken und Enden noch etwas zu verbessern, aber das "Quo Vadis" und der "Deutsche Entwicklerpreis" haben auch klein angefangen. Ich bin sicher, dass das Festival sich etablieren wird und freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr. Ich bringe auch wieder Frank mit!
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Mit großem Entsetzen allerdings sehe ich mich schrecklicher Vorwürfe ausgesetzt, wo ich nun zurückgekehrt bin. Die "Löfflersche Socke" wird inzwischen schon mit "Schrödingers Katze" verglichen. "Eine Socke macht Karriere", dichtet Kollegin Mohya so treffend, und richtig Sorgen macht mir ihre Feststellung: "Ich frage mich auch, wieviele Leute in Zukunft wohl, wenn sie von Falko Löfflers Büchern hören, sagen werden: 'Achja, das ist ja der mit der Socke.'" Wenn das so weitergeht, werde ich die rechte Socke des Sets bei ebay verticken, das Schreiben aufgeben und mich zur Ruhe setzen ...
Ursel von der Rolle
Oh, tut mir der Nacken weh vor lauter Kopfnicken beim Lesen dieses Artikels!
Ich habe in meinem Leben viele seltsame Anträge ausgefüllt, die dich ich nur zur Hälfte verstanden habe. Ich habe seltsame Rückfragen beantwortet. Ich habe Dinge doppelt und dreifach gemacht, weil sie irgendwo versickert sind. Aber das ist alles nichts im Vergleich zum Elterngeld-Antrag. Wer keine Kinder hat und nicht wünscht, sollte sich einfach das PDF runterladen - es gibt kaum ein besseres Verhütungsmittel. Man kommt sich ungefähr so vor wie hier. Diese Nachwuchsprämie wird ja gern - speziell von der guten Frau von der Leyen, die sich auch im Hinblick auf Computerspiele oft als selbsternannte Koryphäe präsentiert - als voller Erfolg gepriesen. Die Deutschen werden ja nur wegen ein paar Euro im Monat wieder in Scharen schwanger, nicht wahr? Aber wie der Artikel so treffend summiert: "In der Theorie kann jede Mutter und jeder Vater Elterngeld beantragen - unabhängig vom Beruf. In der Praxis aber lohnt es sich fast nur für Beamte und Arbeitnehmer. Selbständige, Landwirte und Freiberufler haben in der Regel enorme Schwierigkeiten mit ihrem Elterngeldantrag."
Das kann ich unterschreiben! In Großbuchstaben!
Schon die Tatsache, dass nach dem Zuflussprinzip gerechnet wird, ist völlig an der Realität eines Freelancers vorbei. Heißt: Wenn ich VOR der Elternzeit einen Job erledigt habe, das Geld aber WÄHREND der Elternzeit überwiesen wird, gilt das als Einkommen während der Elternzeit, durch das dann nachträglich das Elterngeld nach unten korrigiert wird ...
Ich sehe ja ein, dass man nicht allen Leuten formlos Kohle in den Rachen werfen sollte, weil sie ihre Gene weitergeben. Aber unternehmerischen Wagemut vom Volk einzufordern und gleichzeitig mit Elterngeld zur Vermehrung zu animieren, geht nur zusammen, wenn das eine nicht das andere erschwert.
This guy has not yet been rated
Das finale Programm steht. Ich bin sehr gespannt aufs Wochenende. Und daher auch etwas im Stress, wo ich doch an gefühlten 28 Programmpunkten beteiligt bin. Egal - hauptsache die Socke hat ein neues Zuhause gefunden und noch viele Jahre des friedlichen Lebens vor sich. Hoffentlich. Das ganze weltbewegende Ereignis fasst ein anonymer Tastaturbesitzer hier so zusammen: "Also hat ein möfglicher Trottel einem definitiven Trottel und Nichtskönner eine Socke geschenkt ..." Dazu möchte ich klarstellen, dass ich mir verbitte, als "möfglicher Trottel" bezeichnet zu werden. Ich hoffe, durch mein wachsendes Gesamtwerk schnellstmöglich als "definitiver Trottel" anerkannt zu werden. Die Forderung "Heitz, bring uns ihre Köpfe!" hat natürlich einen gewissen Charme. Markus wird spätestens beim Buchmesse-Con die Chance haben, unsere Schädel zu evaluieren (mal wieder).
Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Äh ...
Ich habe euch alle belogen!
Naja, so schlimm ist es nicht.
Aber, um einen kleinen Zwischenbericht abzugeben, ich muss gestehen, dass ich in besserer Form bin, als ich erwartet hatte. Sicher, das könnte daran liegen, dass die bisherigen Motivationsversuche einfach gut waren. Die meisten davon waren Drohungen und Erpressungsversuche, und die funktionieren ja am besten.
Daher ein leicht protziger Zwischenstand auf dem Weg nach Fulda: Der Kalendermonat Mai bestand aus 173 Trainingskilometern. Und keinen Verletzungen. Nicht mal das schwächliche linke Knie hat sich bislang beschwert (könnte daran liegen, dass ich einen Weg gefunden habe, die Problemsocke loszuwerden).
Jedenfalls bin ich so gut in Form, dass ich 21 Kilometer schon in ziemlich genau 2 Stunden laufen könnte. Wenn mein Trainingsplan das vorsehen würde. Bislang sind es einige Kilometer weniger, aber die lege ich mit deutlich unter 6 Min pro KM zurück - das ist die magische Grenze.
Klingt das nach Angeben? Ach was. Wenn ich angeben wollte, würde ich damit prahlen, wie viele Kilo ich abgenommen habe in den letzten drei Monaten. Tu ich aber nicht.
Die Motivation sollte aber bitte nicht nachlassen, denn ich muss noch eine deutlich schnellere Grundgeschwindigkeit schaffen, um das erklärte Ziel zu erreichen - und eine höhere Reichweite.
Meine Trainingspiste ist übrigens direkt vor der Tür - die hier.
Wer sich fragt, ob ich einen Trainings-Masterplan habe - nö. Ich halte mich an den besten Ratschlag, den es da draußen gibt: Einmal die Woche ein Distanzlauf, der deutlich länger ist als die normale Trainingseinheit, einmal die Woche ein Tempolauf mit mehreren Einheiten auf 700 bis 800 Metern. Und ansonsten noch ein paar gemütliche Laufeinheiten pro Woche.
Wenn man sich im übrigen die Ergebnisliste des Vorjahres anschaut, wird's gruselig. In der "Zeit"-Spalte fehlt wohl die Stundenzahl, aber man kann davon ausgehen, dass es mit einer "1" losgeht. Bei 681 geführten Läufern springt an Position 462 erst der Stundenanzeiger auf "2". Mein ach so ehrgeiziges Ziel würde mich also doch nur ins letzte Drittel des Feldes katapultieren.
Daher erhöhen wir den Einsatz: Unter 1:55:00!
Dann wäre ich wenigstens ungefähr in der ersten Hälfte des Feldes und müsste mich nicht ganz so schlimm schämen.
Und jetzt muss ich mir erstmal frische Laufschuhe kaufen ...
Ich bin Last Generation!
Zeit, zum Bußschemel zu kriechen:
Ich habe kein Halo 3 gespielt.
Ich habe kein Portal gespielt.
Ich habe kein GTA IV gespielt.
Und das, wo sich tatsächlich gerade ein Paradigmenwechsel vollzieht. Noch immer spiele ich gelegentlich mal Wii oder DS und hadere immer noch mit PS2-Titeln, die ich unbedingt durchspielen will. Trotz meiner Haarespracht gehöre ich offenbar schon zu den "Silver Gamern".
Erstmal ein Buch fertigschreiben. Dann schlägt vielleicht auch irgendwann die Next, bzw. längst Current Generation bei mir auf ...


