Juli 2008
Angst essen Bellem auf
Fast empfinde ich Mitleid mit ihm.
Aber nur fast.
"Ich hasse Joggen, gibt nix langweiligeres", motzt der Herr Bellem hier als Reaktion auf meine Herausforderung, ihn beim Heidelberger Halbmarathon zu bügeln. Er hat ja völlig recht - Joggen ist langweilig. Vor allem, wenn man verliert. :D
Nein, natürlich werde ich nicht im Wasser gegen ihn antreten. Synchronschwimmen und Aqua-Jogging ist sicher was für Mädchen wie ihn, aber der Vogelsberger rennt mit Wildschweinen um die Wette (bevor er sie isst).
Es läuft wohl alles auf einen Wrestling-Kampf im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse hinaus ...
Jugend trainiert für Olympia
Endlich! Die Welt musste fast eine Woche warten, jetzt ist er da: Stephan Bellems erster Wii-Fit-Bericht!
Und er enthüllt darin schockierende Fakten. Er ist 8 Kilo vom BMI-Wert 25 entfernt. Was heißt das? Nun, ich schätze ihn mal auf 1,95 Meter Größe. Einen BMI-Wert von 25 hätte er bei 95 Kilo - das heißt, er wiegt entweder 103 Kilo oder 87 Kilo.
Ich habe ihn schon mal gesehen. In echt. War es kein Knick in der Optik, dürften das eher 87 Kilo gewesen sein (er ist ja auch halbtags Student, also halb verhungert). Damit hätte er einen guten BMI-Wert. Leider bleibt er dem gespannten Leser schuldig, warum er 25 anstrebt. Will er durch Wii Fit zunehmen? Da hat er leider was falsch verstanden ...
"Ich war ein wenig zu ehrgeizig und hatte Muskelkater ohne Ende", gibt Bellem zu. Eine besorgniserregende Zustandsbeschreibung, die Bände über seinen bisherigen Lebensstil spricht. Kaum übt er ein paar Minuten gerade stehen oder "Wii Fit Step Aerobic" (seinen Stolz hat er also gleich an der Kasse des Media Markt gelassen), kommen die Zipperlein.
Wir warten gespannt auf nächste Woche, wenn die ersten Kriegsverletzungen kommen - durch Übertraining auf Wii Fit gerissene Bänder, aufgeschürfte Knie und Schädel-Hirn-Trauma ... ach ne, Fantasy-Autor, letzteres kann man also ausschließen. :D Trotzdem: Ich fordere Helmpflicht für Wii Fit!
Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!
Wo ich via Twitter meine Online-Präsenz verstärke - na gut, ich gebe auch Xing eine zweite Chance. Ich hatte ja die Schnauze voll. Aber egal. Man muss es ja nicht zu ernst nehmen, und entsprechend habe ich mein Profil ausgestaltet.
Aber bezeichnend: Noch während ich mein Profil ausfüllte, wollte mich jemand als Kontakt, den ich überhaupt nicht kenne. Begründung vollständig zitiert:
":)"
NEIN! So nicht. Rudimentäre Beziehungen sind Mindestvoraussetzung. Wer welche zu mir hat und mich als Kontakt wiederhaben möchte - nur zu. Ich nehme aber nicht mehr jeden.
Gezwitscher
Melde mich semi-online und verkünde: Ich versuche mich jetzt auch mal an Twitter, und zwar findet man mich hier zwitschernd. Keine Ahnung, wie ausführlich ich das nutzen werde, ich probiere es einfach mal aus. Wer mir folgen möchte, kann das also tun.
Und es wird hoffentlich noch eine Möglichkeit geben, die jeweils neueste Nachricht rechts in der Spalte zu zeigen.
Die Löffler-Lehre
Das ist mal ein interessantes Belegexemplar. "Der Deutschunterricht", Heft 2/2008. Thema: Science Fiction. Außen drauf: Yoda. Innen drin: Löffler (u.a.). Als Unterrichtsmaterial #5A darin: "Orbitsteuer". Das Ganze auf Initiative des geschätzten Kollegen (und Lehrers) Johannes Rüster, danke sehr! Man kann nicht früh genug anfangen, den jungen Leuten die Löffler-Lehre nahezubringen, wo ich selbst doch aus Faulheit aufs Staatsexamen verzichtet habe. Als nächstes sollte in Hessen der "Biberpelz" durch "Cademar" ersetzt werden. Gleich mal das Kultusministerium animieren.
Riesenstimmung in Wettges
Wettges - Perle des Vogelsbergs. Wenn nicht das, dann zumindest seine Muschel. Die Einwohner haben sich vollzählig in zweistelliger Höhe am Straßenrand versammelt - die Männer mit Bierflaschen und kritischem Blick, die Kinder mit Kochtöpfen und -Löffeln, um frenetisch zu trommeln. Einige Einheimische halten Sicherheitsabstand, bleiben im Türrahmen mit verschränkten Armen stehen. Einmal im Jahr ist ganz Wettges auf den Beinen, um eine Horde Idioten zu sehen, die an seinen Traktoren, Autowracks und desinteressierten Kötern vorbeiwetzt. Und ich bin mittendrin.
Mein erster Volkslauf. Mein erster offizieller Halbmarathon. Es folgt jetzt kein "Laufbericht", wie man ihn so gern in diversen Laufforen lesen kann - also kein mehrseitiges Traktat auf dem Niveau von "Mein schönstes Ferienerlebnis". Nein, ich werde auch nicht die Kollegen schildern, die mit Mehrflaschengürtel, Handy, Verpflegung und MP3-Player liefen, als hätten sie nicht Wettges, sondern Ulan Bator vor sich. Und ich werde mich auch nicht weiter wundern über denjenigen, der sich beim Laufen dauernd bekreuzigte. Und ich schweige auch über die Leute, die bei jeder Kilometermarke auf die Uhr schauten - ich habe das erst auf den letzten Kilometern verstärkt getan, um hochzurechnen, ob ich rechtzeitig zum Mittagessen zu Hause bin, nicht um Zehntelsekunden zu jagen.
Ich möchte mich lieber auf meinen neuen Helden konzentrieren und auf eine Frau, die ich nicht kenne, aber die nun keinen Respekt von mir gewinnen wird.
Mein neuer Held heißt Herbert. So heißt er wohl nicht, wenn ich mir die Ergebnisliste anschaue, aber das stand groß auf seiner Laufhose hinten. Also entweder geliehen oder ein sehr komischer Markenname. Herbert ist ungefähr in meinem Alter. Auf den ersten Kilometern habe ich ihn überholt, denn ich habe mir gesagt: Heute machst du mal den klassischen Anfängerfehler und läufst zu schnell los und brichst später ein - wird sicher lustig. Herbert hat mich dann erwartungsgemäß eingeholt, aber lief ein angenehmes Tempo, also nutzte ich ihn als Tempomat und versuchte fortan, in seiner Nähe zu bleiben. Und er lief tatsächlich wie ein Uhrwerk, bis ins Ziel. Meine Zeit ist zur Hälfte sein Verdienst. Danke!
Die Frau, die nun nie meinen Respekt erfahren wird, nennen wir mal Tina. Nachdem Herbert mich so schön bis auf die Zielgerade mitgezogen hatte, lief ich diese gemächlich entlang. Auf den letzten Metern verengte sich der Weg zum Zielbogen für die Zeitnahme, sodass dieser nur eine Person durchlaufen konnte. Ich trabte schon gemütlich aus, da warf sich plötzlich hechelnd und mit letzter Kraft jemand vor mich, brach fast durch die Absperrung, um sich im allerletzten Augenblick noch vor mich durch die Engstelle des Zielbogens zu bringen. Ihr T-Shirt wies sie als Herbsteinerin aus, und Herbstein ist als Nachbardorf meines Heimatortes naturgemäß der Erbfeind, weswegen mir nur ein perplexes "Typisch Herbstein!" entfuhr. Tina war also, laut offizieller Messung, unterm Strich 0,7 Sekunden schneller. Sie ist auf Platz 105, ich auf 106. Ein unglaublicher Triumph, von dem sie hoffentlich noch lange zehren wird. Sie hätte ihn nicht erreicht, wenn ich 50 Meter vorher die drei kleinen Pimpfe nicht abgeklatscht hätte, die ihre Hände rausgestreckt haben. Die haben sich riesig gefreut, dass ich das getan habe. Tina - zu diesem Zeitpunkt noch hinter mir - hat ihnen vermutlich in die Finger gebissen, weil sie in ihrer Ideallinie waren.
Und wie war nun das Ergebnis? 1:50:40,3 und Platz 106 bei 182 Teilnehmern. Fürs allererste Mal nicht schlecht - vor allem wenn man bedenkt, dass ich im April die Distanz noch nicht mal geschafft hätte. Das sind gute Voraussetzungen für den nächsten Halbmarathon im September. Da renne ich auch Tina in Grund und Boden.
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Nintendo spricht ja im Moment am liebsten Randgruppen an: Frauen und Rentner (also - Randgruppen bei Computerspielen, damit wir uns nicht falsch verstehen). Und sie haben damit Erfolg. Das geht sogar so weit, dass sie eine Gruppe erreichen, die per se dem Bewegungsmangel und der ungesunden Ernährung frönt: Fantasy-Autoren. Das ist gerade beeindruckend bei Stephan "Amulett" Bellem nachzulesen, der nun, wo er endlich mit der Veröffentlichung seines zweiten Romans rein mengenmäßig gerade so zu mir aufgeschlossen hat, dem Größenwahn zum Opfer gefallen ist. Einen Mann herauszufordern, der gerade 106. geworden ist, zeugt doch von einer nachhaltigen Verkennung der Realtität, vor allem wenn er glaubt, durch fünf Minuten virtuelles Hula-Hoop auf dem Balance Board wiirklich fiit zu werden. Diese traurige Tatsache beweist eigentlich nur eins: Stephan Bellem ist einer derjenigen, die den ganzen Keller voll mit Fitness-Geräten aus dem Teleshop haben. Wenn Stephan einen durchtrainierten Nicht-Fantasy-Autor im TV sieht, der auf einem halben Rhönrad im Wohnzimmer umherwippt und die Off-Stimme behauptet, dass brauche man nur zwei Mal im Monat zu tun, um einen Sixpack zu bekommen, den man nicht an der Tanke kaufen kann, macht er die 199 Euro dafür gleich locker. Seine Verzweiflung muss groß und seine körperliche Verfassung schlimm sein. Er würde fürs Wii auch ein "Nordic Walking"-Spiel kaufen. Oder ein Schwimmspiel, bei dem man bäuchlings auf dem Board liegt. Und er würde zur Not Epo in Belgien holen, um dann beim ultimativen Fitness-Check zu bestehen.
Ich bin gespannt auf deine wöchentlichen Fortschrittsberichte! :D
Hallo, Wahnsinn? Fette Beute!
Immer diese Tipperei. Dann die Sache mit der Socke. Da muss man ja dem Wahnsinn anheim fallen. Bei mir ist es jetzt soweit.
(Bitte veränderte Gewinnspiel-Bedinungen beachten. Es gibt auch Socken!)
Konsequent
Weil ich kein Freund halber Sachen bin, habe ich gerade die Zielvorgabe auf "unter 1:50:00" gesenkt.
Weitere Motivationsversuche sind also BITTER nötig!
Kurzentschlossen
Als Training für den Fulda-Halbmarathon laufe ich ... den Südbahnlauf-Halbmarathon. Herausforderungen werden gern angenommen! :D
That socks!
Nur kurz online (wirklich!), weil sich sensationelle Verwicklungen wollener Natur ergeben. Es war ja zu erwarten, dass Kollege Hardebusch nicht davon ablassen kann, einer endlosen Saga ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.
Nein, nicht die Trolle.
Die anderen Ungetüme.
Meine Füße und deren Bekleidung.
Selbst einen harmlosen Auftritt beim Feencon nutzt er, um damit anzugeben, dass er eine Socke von mir bekommen hat. Offenbar ist er nicht mehr in der Lage, ohne die Socke in der Tasche aus dem Haus zu gehen. Die Verkäuferinnen im Rewe um die Ecke gucken schon komisch, wenn er Schwertpolitur kauft und beim Rausholen der Geldbörse immer die Socke aus der Tasche fällt.
Während wiederum der Kollege Plaschka den schönen Begriff "Soccologie" prägt. Ein Hauptfach, das beiden gut gestanden hätte, statt ihre Zeit mit Literaturwissenschaft oder Ethnologie zu verschwenden (auch darüber sind die Verkäuferinnen im Rewe sich einig).
So kann das nicht weitergehen. Ich habe jetzt mein Master-Hirn eingesetzt, um einen Masterplan zu entwickeln, wie dem bunten Treiben ein Ende gesetzt werden kann, damit sich alle wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren können, z.B. Kartoffelsalat.
Melde mich offline
Mit einer fast schon gruselig guten Halbmarathon-Trainingszeit von 1:54 verabschiede ich mich in die Offline-Welt. ICQ bleibt die nächste Zeit aus, Mailprogramm und Browser werden nur sporadisch gestartet. Es müssen ein paar Sachen vom Schreibtisch, und zwar noch im Juli. Man sieht sich im August!



