Dezember 2007


Zahlungserinnerung

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Der einzige Jahresrückblick, den man braucht

Das Jahr ist um,

das Jahr ist um,

rabimmel rabammel rabumm.

Der lange Weg zum Ruhm

In Filmen springt der Held ohne mit der Wimper zu zucken acht Meter in die Tiefe, notfalls auch auf einen fahrenden Zug, rollt dann flink ab und rennt weiter. Einen kurzen Augenblick war ich beim "Deutschen Entwicklerpreis" gestern Abend auch in der Versuchung, genau das zu tun. Denn wann wird man schon mal in einem altehrwürdigen Kino vor der versammelten Entwicklerelite auf die Bühne gerufen? Nun - nicht oft. Aber ich kam nicht, und nun muss ich so tun, als wäre ich einfach zu bescheiden gewesen, mich ins Rampenlicht zu stellen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich eigentlich nicht wegen Bescheidenheit therapieren lassen muss. Und weiß, dass das einen anderen Grund haben muss.

Aber von vorne: Als "Jack Keane" völlig berechtigt den Preis für "Beste Story/Spielwelt" erhielt und ganz Deck13 die Bühne betrat, erwähnte Jan Klose netterweise auch  meinen kleinen Beitrag und bat mich dazu.
Aber ich saß auf der Empore. In der letzten Reihe. Mir gingen mehrere Optionen durch den Kopf:

1. Die Heldenvariante.

2. Aufspringen, durch die Tür stürzen, die Treppen hinab, quer durchs Foyer, die Türen im Parkett aufstoßen, den Gang entlangrennen und auf die Bühne werfen.

3. Aufstehen, winken, rufen.

4. Sitzenbleiben, noch ein wenig tiefer sinken und hoffen, dass die nicht ernsthaft minutenlang auf mich warten.

Variante 1 fiel weg, weil ich meine Beine noch brauche. Variante 2 hätte grob geschätzt 60 Sekunden gedauert und nur dazu geführt, dass ich in die Verleihung des folgenden Preises geplatzt wäre. Variante 3 hätte den schönen Effekt gehabt, dass ich mich fürchterlich zum Affen gemacht hätte, was der Thematik von "Jack Keane" durchaus angemessen gewesen wäre, aber zum Glück war ich nicht betrunken genug. Blieb nur Variante 4 - und zum Glück wartete die versammelte Mannschaft nur ca. 5 Sekunden, dann ging das Programm weiter.

Genau gesagt ging es weiter mit einem Fehl-Feuerwehralarm, mit dem ich nichts zu tun hatte, aber das ist eine andere Geschichte:

Bekanntermaßen stand damals das DDR-Volk nach der missverständlichen Presseerklärung des Politbüros an den Grenzübergängen, skandierte, wer es denn sei, und irgendwann wurde der Schlagbaum geöffnet und die friedliche Revolution vollzogen. Analog dazu ging gestern das Entwicklervolk nach dem Fehl-Feueralarm wieder zurück in die Lichtburg, doch nicht etwa in den Saal, um die Verleihung des letzten und wichtigsten Preises des Abends zu erleben ("Bestes Spiel"), nein, die meisten gingen direkt ans brutzelnde Büffet. Es wurde dort vermutlich auch etwas skandiert und die Wachposten, äh, Kellner bekamen es mit der Angst zu tun und öffneten die Schlagbäume, bzw. Büffetschalen. Doch anders als am 9. November 1989 kamen nur wenige an die Fleischtöpfe, denn diese wurden frecherweise wieder geschlossen und die hungrigen Heerscharen zurück in den Saal geschickt, um gefälligst die letzten 3 Minuten des offiziellen Programms zu beklatschen. Die meisten hatten aber schon Teller in der Hand, zuckten mit den Schultern und blieben einfach am Büffet stehen.
So ist der Deutsche: Revolution, ja gerne, aber nicht vor dem Nachtisch.

"Jack Keane" hat außerdem noch den Preis für das "Beste Adventure" des Jahres gewonnen. Großer Gesamtgewinner des Abends waren natürlich "Die Siedler" und BlueByte/UbiSoft mit gefühlten 58 Preisen (bestes Pixel unten links, beste Zellophanhülle um die Verpackung, bestverkaufter Titel am Bahnhofskiosk von Bottrop). Meine alten Freunde von Keen Games haben das "Beste Handheld-Spiel" gewonnen, Martin Ganteföhr und House of Tales den Innovationspreis für "Overclocked", und der 2. Platz beim Newcomer-Award geht hier zu uns in den Vogelsberg - zu Torsten von Vulkanware. Hui. Gewinner, wohin man blickt.

Mit einem großen Verlier: Herr B. aus G. Der war nicht mal nominiert, und die Tatsache, dass im relevanten Zeitraum kein Spiel von ihm erschienen ist, klingt da doch wie eine faule Ausrede. Dass es ihm zudem nicht gelang, mich zum exzessiven Alkoholkonsum zu bewegen, ist für ihn eine weitere, ja weitaus schlimmere Niederlage. Und weil ich die Kommentarfunktion hier deaktiviert habe, muss ich mich nicht mit Rechtfertigungen seinerseits hier im Blog rumschlagen. :)

Eine sehr schöne Veranstaltung war das - viel professioneller aufgezogen als letztes Jahr, viel knackiger, nicht so geschwätzig. Nicht jedem dürfte die Tatsache gefallen, dass alles der Oscar-Show nachempfunden ist, mir gefällt's. Und es gab keine komische Musik mittendrin. Irgendwann sah ich Mola an der Bar rumstehen. Nicht DEN Mola, nein, den anderen, und ich fürchtete schon, der würde singen wollen, aber das tat er nicht. Er war wohl nur zum Spaß da.
Wie alle.

Ich, der Monstervater

Zugegeben, die Überschrift "Vater von Monstern und Helden" ist im Verbund mit dem Satz "Löffler ist verheiratet und wird zum zweiten Mal Vater" schon ein wenig beängstigend. Ansonsten ist das doch ein nettes Interview in der "Kingzigtal-Nachrichten". Schlüchtern, die Stadt, in der es mehr Döner-Buden als Menschen gibt, was sie sehr sympathisch macht, muss offenbar bis in den nahen Vogelsberg blicken, um Fantasy-Autoren zu finden. Könnte aber auch darin liegen, dass Sabine und ich uns zusammen durchs Abitur gequält haben ... :)

Gesucht:

Ein Mädchenname. So langsam wäre es mal Zeit dafür. Gute Vorschläge sind willkommen.

Konsolengedanken

Zum ersten Mal seit über einem halben Jahr habe ich Lust zu zocken.


Keine Ahnung, warum es in letzter Zeit nicht der Fall war - jetzt ist es mal wieder soweit, ein paar Spiele vom Stapel zu nehmen, neu anzufangen oder endlich ein Stück weiterzuspielen.


An aktuellen Konsolen steht hier ja nur Wii, keine 360, keine PS3. Das war eine sehr vernünftige Entscheidung, und das ist es noch immer. Nicht nur die dauernden "Rings of Death" bei der 360 oder der unverschämt hohe Einstiegspreis der PS3 ließ meine Sympathie fürs Wii ansteigen, sondern die so banale Tatsache, dass Nintendo beim Wii niemals leere Versprechungen gemacht hat. Sie haben das Gerät präsentiert, sie haben erklärt, was es kann (keine DVDs abspielen, aber 100% GameCube-kompatibel), und in bald 2 Jahren am Markt haben sie nicht an der Hardware rumgeschraubt. Sie haben nur dickere Remote-Sicherungsbänder und Schutzhüllen nachgeliefert. Und das für lau.


Microsoft und Sony? Die haben in dieser Zeit unzählige Editionen ihrer Geräte rausgebracht, mehrmals Haken geschlagen und jeden Kunden in den Wahnsinn getrieben. MS behauptet monatelang, HDMI bräuchte man nicht - um dann ein Modell mit HDMI zu veröffentlichen. Nun sagen sie, dass sie das HD-DVD-Laufwerk extern anbieten und nicht ins Modell integrieren wollen. Bin mal gespannt, ob das auch Ende 2008 noch gilt. Sony verspricht Abwärtskompatibilität, liefert sie dann nur bedingt und streicht sie dann völlig. Dann erklärt Sony, Rumble bräuchte niemand, um es dann doch einzubauen - aber das kündigen sie erstmal einfach nur, ohne auch schon den DualShock 3 zu liefern ...


Aus alledem folgt: Es gibt nur eine echte Konsole derzeit am Markt. Die beiden anderen sind PCs geworden. Sie sind in unzähligen Varianten erhältlich, sie sind fehleranfällig und sie liefern gern auch mal Patches übers Internet.


Meine Güte, gönne ich Nintendo diesen Erfolg ...