Brause-Spiele

Ahoi!

Weil ich plötzlich immer öfter Anfragen zu Browser-Spielen bekomme, habe ich mich mit der Materie etwas näher befasst - wenn Spiele plötzlich mit einer siebenstelligen Nutzerzahl werben, könnte das mehr als nur eine vorübergehende Erscheinung sein, nä?

Das vorweggenommene Fazit: Browser-Spiele sind stinklangweilig. Wirklich.

Warum? Nun, man muss sich den Ablauf so vorstellen:

- Man klickt etwas an.

- Ein Fortschrittsbalken erscheint.

- Wenn der fertig ist, hat man etwas im Spiel erreicht und darf was anderes anklicken, das nun freigeschaltet ist.

So. Das ist eigentlich alles.

Stinklangweilig.

Ganz klar.

Nur ...

Zugegeben ...

Man ist dann doch etwas neugierig, was als nächstes freigeschaltet wird. Oder erfreut sich an den Resourcen, die dann schneller abgebaut werden. Vor allem ist das alles so leicht - alle paar Stunden mal einen Klick, und daraufhin gibt es sichtbaren Fortschritt.

Wenn doch alles im Leben so leicht wäre.

Um die Selbstbeherrschung ist es dann erstaunlich schnell geschehen, und man starrt minutenlang Fortschrittsbalken an, damit der verdammt noch mal endlich fertig ist!

Nun sagte die eine Stimme in mir: He, was für ein Quatsch, was für ein schlechtes Gamedesign!

Dann sagte die andere Stimme: Denk mal an "Elite".

Oh ja. "Elite". Hyperraumsprung in ein anderes Planetensystem. Den Pixel finden, der den Planeten darstellt, in dessen Orbit die Raumstation kreiselt. Warten ... warten ... der Pixel wird größer ... warten ... warten ... Gegnerangriff! ... warten ... warten ... Raumstation erscheint ... warten ... anvisieren ... warten ... anfliegen ...  KAPUTTGEHEN!

Jep, verdammt schlechtes Gamedesign. Ich habe seinerzeit parallel Romane gelesen, während ich im Anflug auf die Raumstation war.

Heute ist das anders.

Heute schreibe ich Romane währenddessen.


Was könnte man also browsen?

Da wären zunächst die beiden entwicklerpreisprämierten Titel:

Gilde 1400 - ein Browser-Game der nächsten Generation mit vergleichsweise vielen strategischen Möglichkeiten.

Shakes & Fidget - knuffige Fantasy-Welt, nimmt sich nicht zu ernst, sehr sympathisch.

Ansonsten habe ich mir noch Die Stämme und Ogame näher angeschaut, die sich vom Spielprinzip ähneln. Das eine bietet mittelalterliches Setting, das andere Science Fiction.


Insgesamt scheinen mir Browserspiele für den Spielemarkt das zu sein, was eBooks für den Buchmarkt sind: eine Ergänzung, keine Konkurrenz. Prognosen, wie die Spiele sich entwickeln, wage ich nicht abzugeben. Dass bald 3D im Browser möglich ist, steht außer Frage. Aber ich verstehe nun den Reiz, den Browserspiele ausüben. Zum Glück habe ich genug Selbstdisziplin bei solchen Dingen.

Muss nur mal kurz gucken, wie weit der Fortschrittsbalken ist ...