Bochum
Die Seiten des "Living Games Festival" füllen sich so langsam.
Ich werde wieder an einigen Fronten mitmischen (Workshop, Diskussionsrunde) und freue mich besonders auf den Samstag Abend, an dem ich gemeinsam mit Markus Heitz, Christoph Hardebusch, Michael Marrak und Constantin Gillies lesen werde. In meinem Fall gibt's etwas aus "Cademar" auf die Ohren.
Nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt habe, freue ich mich sehr auf das Festival und hoffe, dass es möglichst viele Leute anzieht.
In other news - wer's noch nicht gemerkt hat, ich habe ein neues Foto, das fortan verwendet wird. Die Zeit des Grinsens ist vorbei!
SF-Kinojahr 2009
... ist mit Verspätung auch bei mir eingetroffen, in Form diverser Blu-rays.
2009 sind drei große Namen zusammengekommen: Zwei Menschen und eine IP. Bei allen habe ich die Spannungskurve bis zum finalen Produkt anders erlebt.
Für mich eindeutig der Höhepunkt: "Star Trek". Ich wollte schon niederknien, als ich las, dass Herr Abrams das Ganze übernimmt. Und dass seine "Lost"-Kollegen das Drehbuch schreiben. Dann dieser tolle "Under Construction"-Teaser. Die beiden schmissigen Trailer. Diese exzellente Besetzung! Für diesen Film tat ich etwas, das ich lange nicht mehr getan hatte: Ich ging ins Kino. Seien wir ehrlich: Selbst ein unkritischer Zuschauer wundert sich doch sehr, warum Kirk mal einfach so aus dem Schiff geschmissen wird - und dann auf einem unwirtlichen Eisplaneten direkt am richtigen Ort landet. Zufällig. Aber wenn man bedenkt, wie unmöglich die Aufgabe ist, der sich die Macher stellen mussten, desto beeindruckender ist das Ergebnis. Sie haben es wirklich hinbekommen, eine Ikone zu modernisieren und ihr gleichzeitig treu zu bleiben. Und, wie Abrams selbst sagt, alles cool zu machen. Und sie arbeiten schon am Sequel - bei diesem Gedanken hüpfe ich quietschend auf und ab. Kurzum: Erwartungen konstant erhöht und dann übertroffen. Abrams ist Gott.
DPP 2010
Wie jedes Jahr (ungefähr) zu dieser Zeit beginnt die Vorrunde des "Deutschen Phantastik Preises". Ich halte nichts davon, große Aufrufe zu starten, man möge für mich abstimmen. Und ich denke, es ist nicht gerade ehrenhaft, für sich selbst abzustimmen. Zumindest habe ich mich dabei immer sehr zurückgehalten.
Aber dieses Jahr nicht.
Warum? Zu meiner Überraschung ist mein zweiter "Drachenwächter"-Band auf der Liste der 22 Jury-Vorschläge in der Kategorie "Bester deutschsprachiger Roman" aufgetaucht.
Nun könnte ich mich wieder bescheiden der Wahl enthalten. Und ich könnte demütig auf die Wahl an sich hinweisen ohne eine Empfehlung abzugeben. Auf diese Weise könnte ich sicherstellen, dass ich nicht in der Endauswahl lande. So war es all die Jahre zuvor.
Nein. Wie auch ein Politiker für seine eigene Partei stimmt und damit sich selbst wählt, stimme ich dieses Jahr für mich selbst ab. Basta. Und ich sage in aller Deutlichkeit:
So. Damit wäre das von meiner Seele.
Twilight Zone Alexanderplatz
Es war ein etwas surreales "Quo Vadis".
Alle reden von Browsergames und haben noch nicht verkraftet, dass Klaas Kersting nicht etwa Freitags abends spontan Gameforge verlassen hat, sondern in den Aufsichtsrat gewechselt ist, da tickert während der Tagung durch, dass vielleicht Hauptübersponsor Bigpoint verkauft werden könnte. Das ist der allgemeinen Verwirrung und finanzkriseligen Zurückhaltung in der Spielebranche nicht unbedingt zuträglich.
Nach zwei Quo ... äh ... Vadissen? Vadi? ... in der Urania beim KaDeWe fand die Veranstaltung diesmal im bcc am Alexanderplatz statt. Was bedeute, dass jeder erstmal herausfinden musste, wo die wichtigen Orte zu finden sind (in Reihenfolge der Wertigkeit: Kaffeequelle, Büffet, Seminarräume).
Dann war da natürlich mein Workshop über Storytelling in Computerspielen. Genau genommen zwei, jeweils zwei Stunden lang, direkt hintereinander. Nach nur drei oder vier Voranmeldungen hatte ich mich auf eine kuschelige Runde eingestellt, aber es fanden sich erst 25, dann 17 Leute ein - und das, obwohl parallel unter anderem der Adventure-Roundtable und ein Vortrag über Dialogsysteme liefen. Einige Unentwegte gaben sich sogar beide Seminare. Sollte sich noch einer der Teilnehmer hierher verirren: Vielen Dank, hat großen Spaß gemacht! Auch wenn ich danach wirklich fertig war und mein Hirn zum Auslüften ins Steakhouse hängen musste, von wo aus ich in illustrer Runde Branchengeheimnisse twittern und der Gamestar erklären konnte, was sie an "Black Sails" nicht verstanden hat (im Gegensatz zu 4Players).