Januar 2010

Michael Schumacher war kein cooles Kind

Zugegeben - ich bin gespannt, wie sich der selbsternannte vernünftige Steuerzahler ("Wahlschweizer") wieder in der Formel 1 schlägt. Aber den Seitenhieb in diesem Interview kann ich nicht unkommentiert stehen lassen:

"Die heutige Generation hängt an Videospielen fest und isst Fast Food. Ich bin damit zum Glück nicht groß geworden, deshalb fällt mir der Verzicht auch nicht schwer."

Nun verdient sich "the Shu" im Vorbeigehen den goldenen Verallgemeinerungs-Karnevalsorden am Band, aber das ist schnell passiert. Lustiger noch wird es, wenn man bedenkt, dass der Villeneuve-Rammer elf Jahre alt war, als das Atari VCS hierzulande angesagt war. Während seine Klassenkameraden also sabbernd überm Quelle-Katalog hockten, drehte er Runden auf einer kalten, zugigen Kartbahn und kaute dabei rohen Sellerie.

Die Klassendynamik in seinem Jahrgang will ich mir gar nicht vorstellen.

Und damit hätten wir vielleicht auch eine Erklärung für seine Erfolgsversessenheit. Er will's allen zeigen. Immer noch. Und jetzt wieder. Diejenigen, die schon 1980 hedonistisch leben durften, die sollen noch mal zu spüren bekommen, dass er so nicht aufgewachsen ist. Selbst wenn er das zur Regel erhebt, die für eine ganze Generation gelten soll.

Apple versteht mich nicht - und macht mir Angst

Der letzte Blogeintrag über eBooks begann mit einem Beispiel, was für ein fürchterlicher Geek ich bin. Hier ist noch einer: Ich weiß noch, dass Steve Jobs bei der Enthüllung von OS X so etwas sagte wie: This is our operating system for the next decade.

Schlechte Neuigkeiten: Das Jahrzehnt ist nun rum.

Und wenn wir irgendwann zurückblicken, werden wir vielleicht sagen: Damals, im Januar 2010, als das iPad vorgestellt wurde - da hätte uns eigentlich schon klar sein müssen, dass das iPhone OS für Apple wichtiger wurde als OS X.

Schaffen wir das Offensichtliche aus dem Weg: Das iPad rockt. Als Über-iPod touch wird es großartig sein, und der erwähnte Geek (und Kontrollfreak) in mir möchte es schon wegen des Multitouch-Kalenders haben.

Aber es wurde in der Präsentation als etwas vorgeführt, das besser als ein Netbook sein soll.

Nein. Das ist es sicher nicht. Da kann auch die zugegebenermaßen hübsch aussehende iWork-Version nichts daran ändern. Jetzt ist endgültig klar: Apple wird nie ein "klassisches" Netbook rausbringen - ein kleines, kompaktes Gerät mit Tastatur. Das MacBook Air ist das höchste der Gefühle (und immer noch viel zu teuer).

eBooks - die ganze Wahrheit

Zugegeben: Ich bin ein schrecklicher Geek.

Da laufe ich am Strand von Maspalomas lang und sehe eine junge Frau mit einem weißen eBook-Reader. Die Frau ist nackt. Und ich frage mich nur: Ist das der Kindle oder das Cybook Opus?

Dann kehre ich aus dem Urlaub zurück, und der Sony PRS-505 kostet nicht mehr 199, sondern wieder 249. Warum? Er ist jetzt ein Auslaufmodell. Der Quasi-Nachfolger erscheint hierzulande bald, für 199 Euro, also zum gleichen Preis wie der PRS-505 zuletzt, dafür mit kleinerem Screen und weniger Funktionen. Super mitgedacht, Leute ... toller Weg, Kunden für eBooks zu begeistern.

Und da wären wir schon beim Thema: Schaut man sich den eBook-Markt an, fällt auf, dass niemand eine echte Strategie hat, außer der, die eBooks so unattraktiv wie möglich zu machen, damit die Leser bitteschön weiter Bücher kaufen.

Damit wir das gleich aus dem Weg geschafft hätten: Wer sich bei mir unbeliebt machen will, muss einfach den Satz sagen: "Das eBook kann das gedruckte Buch nicht ersetzen." Ich sage es nur ein Mal, und ich ich sage es deutlich: Das eBook will das gedruckte Buch gar nicht ersetzen! Die Ängste mancher Leser sind die gleichen wie bei der Verbreitung des Fernsehens - aber zu aller Erstaunen gibt es immer noch Kinos, und weil sie mit dem aktuellen 3D-Boom zumindest kurzfristig dem Heimkino etwas voraus haben, gehen die Leute tatsächlich wieder hin! Bücher sind in jeder Hinsicht perfekt: Keine Akkulaufzeit, kein ärgerlicher Kopierschutz, man kann es einfach so verleihen und weiterverkaufen und man kann es Jahrzente später noch konsumieren.

Yo no soy tonto!

Endlich wieder zu Hause! Zwei Wochen lang musste ich fürchterlich unergonomisch arbeiten:

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Immerhin konnte ich dank der örtlichen Media-Markt-Werbung meine Spanisch-Kentnisse auffrischen. "Yo no soy tonto!" passt eigentlich immer, man muss es nur empört genug rufen - wenn der Kellner die Rechnung bringt, der Taxifahrer falsch abbiegt, andere Urlauber nach dem Weg fragen.

Die anderen Bungalow-Bewohner haben sich gefragt, was der komische Typ da dauend tippt und warum er regelmäßig "Verdammteszyxeldrecksdingwasndasfürnereichweite!" in Richtung des WLAN-Routers brüllte (gern auch mal nachts um 11).